Die einjährige Pflanze Anis (Pimpinella anisum L.) stammt aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In den heimischen Breiten wächst er vorwiegend in Gärten und wurde damals durch Mönche und Nonnen eingeführt. Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae), wird etwa 50 cm hoch und hat süßlich schmeckende Früchte, wie man sie von der Weihnachtsbäckerei sowie in Schnäpsen kennt. Verwendet werden von der Anispflanze die Früchte. Sie sehen wie Samen aus, haben eine eiförmige Gestalt und die Form verjüngt sich. Die Blütezeit ist im Juli und August. Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild und daher auch für Kinder geschmacklich interessant.

Inhaltsstoffe der Anispflanze

Anis enthält ätherisches Öl, Anethol, Isoanethol, Ansiketon, Anissäure, Acetaldehyd, Acetylcholin, Azulen, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Eugenol, Kaffeesäure, Cumarine, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C.

Wirkung der Anispflanze

In der Heilkunde wird Anis bei Husten, Blähungen und zur Förderung der Milchbildung bei stillenden Müttern verwendet. Weiter ist Anis vielfach als Teil zahlreicher Teemischungen beliebt. Durch seinen angenehm süßen Geschmack wertet Anis viele Kräutermischungen geschmacklich auf und hat überdies eine ausgeprägte Wirkung gegen diverse Beschwerden. Ätherisches Anisöl wirkt durch die Lungenbläschen und Bronchien, da es nach der Aufnahme über die Lunge wieder ausgeschieden wird. Anis wirkt krampflösend, so dass sich beispielsweise Blähungen in lösen können. Zudem werden die Verdauungsvorgänge auf mäßige Weise angeregt.

Volkstümliche Namen und Bedeutung

Weitere Namen von Anis sind Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel. In mehreren Regionen Deutschlands dachte man in der Vergangenheit, dass Anis ein Aphrodisiakum sei. Speziell am 30. November stellte man einen Trank her, der über Zauberkräfte verfügen sollte. Gewidmet ist dieser Tag dem Apostel Andreas. Dieser war als Schutzpatron der Verliebten und der Ehe angesehen.

Das leichtflüchtige ätherische Anisöl (lat. Anisi aetheroleum) wird aus den Früchten der Anispflanze (Pimpinella anisum L.) gewonnen.

Inhaltsstoffe des Anisöls

In Anis enthalten sind hauptsächlich ätherisches Öl, das bis zu 95 Prozent Anethol enthält, welches als Geschmacks- und Geruchsträger gilt. Weiter sind unter anderem fettes Öl, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide enthalten.

Wirkung des Anisöls

Das ätherische Anisöl hilft bei Brusteinreibungen gegen Husten und wirkt schleimlösend und erleichtert das Abhusten des Schleims. Gegen Blähungen sowie Magen- und Darmkrämpfe kann das Öl ebenfalls helfen. Bei Einreibungen wird es mit fetten Ölen vermengt oder als Salbe verwendet. Häufig wird Anisöl mit anderen Wirkstoffen, wie beispielsweise aus Fenchel oder Kümmel kombiniert.

Anwendung

Die äußerliche Anwendung erfolgt durch Inhalation. Dazu geben Sie 3 bis 5 Tropfen in heißes Wasser und atmen den Dampf 10 bis 15 Minuten ein. Das Öl kann durch eine Einreibung die Durchblutung anregen, sollte aber vorher immer mit einem fetten Öl (z.B. Olivenöl) vermengt werden. Ein Erkältungstrunk, den man vor dem Schlafengehen trinken kann: Ein Glas heiße Milch mit einigen Tropfen Anisöl sowie Honig anreichern und schluckweise trinken.

Reines Anisöl sollte weder in Kontakt mit der Haut gebracht noch eingenommen werden, denn es können dadurch starke Reizerscheinungen ausgelöst werden.