Die Gattung der Lärchen umfasst verschiedene Arten, sie gehören zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Die Europäische Lärche (Larix decidua Mill.) ist, wie der Name schon vermuten lässt, in Europa heimisch. Man geht davon aus, dass die Lärche schon die Eiszeit überdauerte. Die Lärche kann die stattliche Höhe von 54 Metern erreichen und bis zu 600 Jahre alt werden. Die Lärche ist ein sommergrüner Baum, sie wirft ihre Nadeln im Winter ab und schützt sich vor dem Vertrocknen, die Lärche braucht helle Standorte und ist häufig in Mischwäldern anzutreffen. Die Wurzeln der Lärche können sich bis zu 4m in den Erdboden eingraben. Diese Eigenschaft macht die Lärche zu einem widerstandsfähigen und robusten Baum, der auch so manchem Sturm standhält. Medizinisch verwendet wird das kostbare Harzbalsam, welches aus dem Lärchenstamm gewonnen wird.

Inhaltsstoffe der Lärche

In der Volksheilkunde wird die Lärche vor allem wegen ihres Harzbalsam geschätzt. Man schreibt dem Harzbalsam der Lärche eine durchblutungsfördernde Eigenschaft zu, außerdem soll er auch antiseptisch wirken. In der Industrie wird der Harzbalsam zur Herstellung von Lacken und Farben verwendet. Ebenfalls enthalten ist auch eine geringe Menge ätherisches Öl, diesem wird aber medizinisch keine Bedeutung zugewiesen. Die Wirkung des Harzbalsams ist wissenschaftlich nicht bewiesen, sondern allein auf die Volksmedizin und deren Überlieferungen zurück zu führen.

Wirkung der Lärche

Der Harzbalsam, auch Lärchenterpentin genannt, ist Bestandteil in einigen Salben, Tinkturen Emulsionen und Ölen und eignet sich zur äußerlichen Anwendung. Behandelt werden rheumatische Beschwerden, Durchblutungsstörungen Furunkel und Beschwerden der oberen Atemwege.
Medizinisch wird der Harzbalsam der Europäischen Lärche (Larix decidua Mill.) verwendet. Der Harzbalsam wird aus dem Stamm der Lärche gezogen und mittels Wasserdampfdestillation zu einem hochwertigen und gereinigten Lärchenterpentin verarbeitet. Zubereitungen aus Lärchenterpentin(Aetheroleum Terebinthinae rectificatum) haben in der Volksheilkunde eine lange Tradition. Über die klinisch bewiesene Wirksamkeit gibt es strittige Aussagen. Zum Teil soll die klinische Wirksamkeit bewiesen sein, andere Quellen wiederum sagen das Gegenteil aus.

Inhaltsstoffe des Lärchenterpentins

Lärchenterpentin enthält Harzsäuren wie z.B. Laricinolsäure, ein unverseifbares Harz, ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil alpha-Pinen und Diterpene. Die enthaltenen Harzsäuren bewirken ein angenehmes Wärmegefühl auf der Haut, aufgrund dessen geht man davon aus, dass die Durchblutung der eingeriebenen Stellen gefördert wird.

Wirkung des Lärchenterpentins

Lärchenterpentin dringt tief in die Haut ein und erzeugt ein angenehmes Wärmegefühl. Angewendet wird es bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden und chronischen Erkrankungen der Bronchien. Auf die intakte Haut aufgetragen entfaltet das Lärchenterpentin seine antimikrobielle Wirkung.

Anwendung des Lärchenterpentins

Lärchenterpentin ist in zahlreichen Salben und Tinkturen erhältlich. Zubereitet als ätherisches Öl kann es auf die betroffenen Hautstellen einmassiert werden. Gegen bronchiale Erkrankungen kann das ätherische Öl auch inhaliert werden. Dazu bereitet man ein heißes Wasserdampfbad zu, gibt ein paar Tropfen des Öles hinein und inhaliert 10-15 Minuten. Um die Wirksamkeit zu erhöhen, kann man den Kopf mit einem Handtuch bedecken.
Unerwünschte Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Mythologie der Lärche

Bis heute hängt man in Deutschland am 30.April in einzelnen Regionen einen Lärchenzweig, den „Hexenrüttel“, an die Tür, um böse Geister zu vertreiben.