Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) ist ein sommergrüner Baum, der ursprünglich auf den Balkan heimisch war, in Mitteleuropa kultiviert wird und zur Gattung der Rosskastanien (Aesculus), bzw. Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) zählt. Der schnellwüchsige Baum erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern und wird bis zu 300 Jahren alt. Im Herbst trägt die Rosskastanie stachelige Kapselfrüchte. Die Samen (Kastanien) sind für den Menschen unverarbeitet ungenießbar. Die Blütezeit der Rosskastanie ist von April bis Juni. Die weißen Blüten bilden die Form einer Kerze. Charakteristisch sind zudem die fingerförmig aussehenden Blätter mit 5-7 länglich ovalen Fiederblättern. Im Volksmund wird die Rosskastanie auch Pferdekastanie, Saukastanie, Gichtbaum, weiße Kastanie und wilde Kastanie genannt.
Inhaltsstoffe der Rosskastanie
Die wichtigsten Inhaltsstoffe, die im medizinischen Bereich bedeutsam sind, befinden sich vor allem in den Rosskastaniensamen. Darunter Aescin, Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe und verschiedene Proteine, Mineralstoffe und Zucker. Seltener verwendet werden die Rosskastanienrinde und Rosskastanienblätter.
Wirkung der Rosskastanie
Besonders hervorzuheben ist die gefässabdichtende Wirkung der Rosskastanie. Daneben wirkt sie venentonisierend (venenbelebend), gegen Ödeme (Wassereinlagerungen), entzündungshemmend und antioxidativ. Sie wird vor allem als Heilmittel gegen Venenschwäche, Wadenkrämpfe, schwere Beine und Blutergüsse eingesetzt. Pharmazeutische Präparate mit Rosskastaniensamen-Trockenextrakt finden auch bei Krankheiten wie Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre, Uterusblutungen, Krampfadern und Hämorrhoiden Verwendung.
Rosskastanien-Präparate
In der Heilkunde kommen Tee, Salben und Tinkturen zur Anwendung. Tee aus den getrockneten und geschnittenen Samen sollen sich positiv zur Stärkung der Blutgefäße einsetzen lassen. Ein Tee aus den getrockneten Blättern hingegen soll bei Keuchhusten und Fieber Linderung verschaffen.
Wissenswertes über die Rosskastanie
Die Rosskastanie, die oft als Zierbaum Gärten und Parkanlagen schmückt, hat wirtschaftlich wenig Bedeutung. Ihre Blütenpracht, die Nektar und Pollen liefert, ist jedoch eine unschätzbare Bienenweide. Aus den Samen (Kastanien) werden Saponine gewonnen, die zur Herstellung von Farben, Kosmetika und Schäumen benötigt werden. Saponine leitet sich von dem Wort Sapo = Seife ab, daher der Gattungsname Seifenbaumgewächse. Die Kastanien sind daneben Futter für Wildtiere. Es wird eingangs beschrieben, dass die Samen der Rosskastanie für den Menschen ungenießbar sind. Werden jedoch die Saponine ausgeschwemmt, wären diese in geringen Menschen essbar. Interessanter ist jedoch, dass klein geschnittene Rosskastanien durch seinen hohen Saponinengehalt als natürliches Waschmittel für Körper und Kleidung genutzt werden können, ähnlich wie die bekannten Waschnüsse.
