Die Sennapflanze gehört zur Familie der Caesalpiniaceae (Johannisbrotgewächse) und ist vor allem in südindischen Gefilden heimisch. Mittlerweile wird das Gewächs mehr und mehr auch im arabischen Raum angebaut. Die Indische Senna kann bis zu zwei Metern hoch werden. Ihre Früchte sind nierenförmige Schoten, die jeweils sieben bis zehn Samen enthalten. Wie historische Dokumente belegen, waren die Sennesfrüchte, bzw. die Sennesschoten bereits im 8. Jahrhundert bekannt. Prophet Mohammend soll den Menschen im arabischen Raum ans Herz gelegt haben, Sennesblätter als Heilmittel zu verwenden, da sie so gut wie jede Krankheit heilen. In der Tat soll die Senna bei gefährliche, infektiöse Erkrankungen wie Lepra gute Dienste leisten. Daneben wird sie in der Heilkunde auch gegen Augenleiden, Magen- und Darmprobleme sowie bei Verstopfung angewendet.

Inhaltsstoffe der Senna

Die Hauptinhaltsstoffe der Senna sind die Sennoside (Hydroxyanthrachinonderivate) sowie die Hydroxyanthracen-Glykoside, welche im Rahmen der Bekämpfung von Verstopfungen vor allem im Dick- und Enddarm ihre volle Wirkung entfalten.

Anwendungsgebiete der Senna

Zwar gilt Senna weithin als außerordentlich gut verträglich, jedoch war es vor einigen Jahren nicht länger gestattet, Sennesblätter und Sennesfrüchte im regulären Handel – außer als verschreibungspflichtiges Medikament – zu verkaufen. Selbiges galt seinerzeit für die so genannte Faulbaumrinde, weil auch hier nach etwa sechs bis zehn Stunden eine ähnlich intensive Wirkung eintritt. Generell gilt, dass Babys und Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Cassia nicht einnehmen sollten. Auch die Verwendung in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit wird nicht empfohlen. Mitunter kann es zu krampfartigen Magen- und Darmproblemen kommen.
Bei Verstopfung sollte man darauf achten, dass man hier nur akute Fälle behandeln kann und darf. Eine langfristige Einnahme ist nicht empfehlenswert.

Vor einem operativen Eingriff macht es mitunter Sinn, den Darm vollständig zu entleeren. Mit den Sennae Folium (Sennesblättern) geht dies besonders gut. Denn seit jeher erfreuen sich Sennesblätter, auch Khartum-Senna genannt, im Rahmen der Beseitigung von Verdauungsproblemen, Verstopfungen oder bei Fastenkuren einer sehr großen Beliebtheit.

Wirkungsweise des Sennesblätter-Trockenextrakt

Vor allem die Sennoside bzw. Anthrachinon sind es, welche die Darmtätigkeit anregen, die aber auch bei Hämorrhoiden oder bei Afterverletzungen ihre bemerkenswerte Wirkung entfalten. Bei Anthrachinon handelt es sich um ein Oxidationsprodukt, das nahezu ausschließlich im Dick- und Enddarm seine abführende Wirkung entfaltet.

Anwendungsmöglichkeiten der Sennesblätter

Die Blätter der Sennapflanze werden in der Regel als Sennatee getrunken, wobei jeweils ein gehäufter Teelöffel der getrockneten Blätter mit einer Tasse kalten (!) Wassers übergossen und dann vorsichtig erwärmt werden muss. Zu berücksichtigen ist, dass das Ganze rund zehn bis zwölf Stunden vor dem Gebrauch zubereitet werden sollte. Dabei gelegentliches Umrühren bitte nicht vergessen. Der schmackhafte und äußerst vollmundige Sennestee sollte nach Möglichkeit in kleinen Schlucken genossen werden, damit man auf diese Weise vom vollen Wirkeffekt profitieren kann.

Sennatee ist nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme abgeraten. Mitunter kann es nach dem Genuss von Sennatee zu unerwünschten Magen-Darmkrämpfen kommen.